Kistenklettern im Wald
Eine herausfordernde Übung für Koordination und Konzentration
   

Abenteuer auf eigenem Parcours

Volkshochschule bietet am Brettachufer Kletterkurs für Kinder an
Von Alexandra Berk

LANGENBRETTACH Konzentriert studieren Lars und Mattis die Bauanleitung. „Wir brauchen vie von den ovalen Karabinern“, sagt Mattis und such in den Materialkisten, die am Brettachufer in Reih und Glied stehen. An den blauen Alukarabinern geht er vorbei. „Die ovalen halten mehr“, weiß der Zehnjährige. Beim Kletterkurs am Brettachufer, den die Volkshochschule für Kinder ab acht Jahren anbietet, steht am Anfang eine kleine Materialkunde.

Was sind Rundschlingen? Was kann man mit einem breiten Gewebegurt alles machen? Welche Karabiner setzt man für welchen Zweck ein? Aufmerksam sind die acht Kunden und Mädchen bei der Sache, wenn Jan Füssel von Seilmobil erklärt, wozu die Ausrüstungsteile eingesetzt werden.

Seilrolle
Dann geht es auch schon los. Jedes Kind bekommt einen Schutzhelm und nach kurzer Diskussion ist auch klar, wie der Kletterparcours heute aussehen soll. „Erst die Seilrolle, dann unter der Brücke die Autoreifen, dahinter die U-Schaukeln und dann die Bretter“, fasst Lars (11) zusammen.

„Die Kinder entscheiden selbst, was sie aufbauen wollen“, sagt Waldpädagogin Ulrike Füssel. Als die Kinder mittags auf der Mühlwiese eingetroffen sind, waren nur die Sicherungsseile, an denen die Kinder später mit Gurten gesichert werden, zwischen den Bäumen über die Brettach gespannt. Diesmal geht es im Zickzack über das Flüsschen und unter der Brücke hindurch. In zwei Gruppen und unter Aufsicht von Ulrike Füssel und ihrem Sohn Jan, der als Schwimmmeister und Outdoor-Team-Trainer ausgebildet ist, geht es dann an die Arbeit.

Die Kinder sind mit Eifer bei der Sache. Immer wieder klettern sie das steile Bachufer hinauf und hinunter, um das benötigte Material heranzuschaffen. „Wir brauchen noch Prusiks“, schallt es von unten und schon flitzt Lisa los. Fast zwei Stunden dauert es bis der Parcours endlich steht. Für die Schaukelbretter hat die Zeit nicht mehr gereicht. „Macht nichts“, sagt Mattis, der darauf brennt, endlich klettern zu dürfen. Den Klettergurt, an dem das doppelte Sicherungsseil eingehakt wird, hat er schon übergestreift, während Jan Füssel noch einmal alle Karabiner überprüft. Dann kann es losgehen. Geschickt balancieren die Kinder über die selbst gespannte Slackline, halten sich am Seilbommel. turnen an den hängenden Autoreifen unter der Brücke durch und schaukeln sich von Seilschlinge zu Seilschlinge.

Zuschauer
„Das Klettern macht am meisten Spaß“, sagt Lars und hangelt sich geschickt weiter. Sogar Zuschauer haben sich eingefunden. „In der Brettach war ich früher immer zum Schwimmen", erinnert sich ein ihrer Spaziergänger. Daran ist heute nicht zu denken. Kaum knöchelhoch steht das Wasser im Fluss. Doch Überwindung kostet es trotzdem für manche, sich auch mit Sicherungsgurt in gut zwei Meter Höhe über das Bachbett zu hangeln. „Nächstes Jahr komme ich wieder.“ Das steht für Nadine schon fest.

© Heilbronner Stimme GmbH & Co. KG (10.07.2014)
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Seilmobil

Ulrike Füssel
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