In luftiger Höhe
Grenzen erfahren und neue Wege beschreiten
   

Wieder Molzau-Wildkatzen nach 100 Jahren

Am Seil über die Wälle von 1734
Von Manfred Reeb

PHILIPPSBURG Wer öfter auf den Waldwegen in der stadtnahen Molzau unterwegs ist, kennt sicher die immer noch tiefen Wallgräben, die aus der Belagerungszeit von 1734 durch die Franzosen stammen und die Jahrhunderte erstaunlich natürlich überstanden haben. Der Weg dorthin und die Gräben waren jüngst Schau- und Aktionsplatz im Rahmen des Ferienprogramms, vorbereitet von Forstrevierleiter Christian Hautz zusammen mit der Outdoor-Trainerin und Seilmobil-Chefin Ulrike Füssel mit Sohn aus Ubstadt.

Auf dem Weg ging es zunächst um einen selten gewordenen und scheuen Waldbewohner, der seit 2012 erfreulicherweise nach 100 Jahren Abwesenheit im Molzau-Bereich nach Forsterkenntnissen wieder Fuß zu fassen scheint. Wie man die Anwesenheit der Wildkatze nachweisen kann? Z.B. durch Haare, die das Tier beim Streifen im Unterholz verliert. Dass es keine streunende Hauskatze ist, kann die genaue Untersuchung eindeutig beweisen. über Merkmale und Erkennungszeichen informierte Hautz auf mehreren Stationen, bei denen die Kinder kleine Aufgaben zu lösen hatten.

Dann ging es weiter zu den alten Wällen, die sich nach der Vorprüfung als idealer Übungsort für den geplanten Klettervormittag erwiesen. Dort hatte bereits die Outdoor-Trainerin Vorbereitungen getroffen, um vor Ort den Kindern zu zeigen, wie von beiden Grabenseiten aus wohlgesichert mit Seil und Karabinerhaken die Überquerung erfolgen kann. Was für den Zuschauer eher harmlos aussah, bekam eine ganz andere Perspektive aus Sicht der Kinderaugen, die plötzlich auf dem Seil eher einen "Abgrund" vor sich sahen, als sie selbst die Überquerung wagen sollten. Gut gesichert und bei manchem mit dem Herz in der Hand, so schien es, wollte sich dann doch keiner eine Blöße geben, nicht genügend Mut aufzubringen.

Obendrein stärkt man dabei sein Gleichgewichtsgefühl und fühlt sich nachher wieder auf dem Boden um einige Erfahrungen reicher. Spaß macht es dann schon, wenn es geschafft ist. Ulrike Füssel hatte nicht zu viel verlangt. Sich selbst überwinden, man weiß es, ist immer schwieriger als andere dazu zu überreden. Doch hinterher ist man zu Recht stolz darauf. Ein Vormittag, wie man ihn sich hin und wieder draußen in der freien Natur nur wünschen kann.

© Philippsburger Stadtanzeiger (05.09.2013)
www.philippsburg.de
   
 
     
Seilmobil

Ulrike Füssel
Waldpädagogin &
Outdoor Trainerin

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