Vertrauen schaffen
Verantwortung in fremden Händen
   

Schwebende Künstler mit Toilettenbürsten

Volkshochschule veranstaltet Aktionsmalerei für Kinder
Von Nicole Theuer

SIEGELSBACH Das fröhliche Lachen von Moritz und seinen vier Mitstreiterinnen wies den Besuchern den Weg. Zur Aktionsmalerei im Freien hatte Ulrike Füssel gebeten. Die Leiterin des von der Volkshochschule organisierten Vormittags war voll des Lobes für die Nachwuchskünstler: „Die Kinder erleben hier die Natur. Sie finden einen Zugang zu sich und zu den anderen“, erzählte die Inhaberin des Seilmobils. Nach einem Kennenlernspiel durften die jungen Maler Plastikkittel überstreifen und zu Farbe und Gerät greifen. Doch nicht einfach nur eine Leinwand galt es, mit Farbe in ein Kunstwerk zu verwandeln. Bäuchlings bewegten sich die Kinder über Kartonagen, um fantasievolle abstrakte Arbeiten zu gestalten. „Jackson Pollock hat diese Form der Malerei in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts bekannt gemacht“, erklärte Ulrike Füssel, während sie den Kindern in ihren Bauchschaukeln unermüdlich Schwung gab.

Herangetraut
So ungewöhnlich wie die Position der jungen Künstler waren die Malutensilien. Neben herkömmlichen Pinseln und Walzen gab es auch Toilettenbürsten. „Das Malen damit erzeugt raue Streifen. Das gibt dem Werk noch einmal ein anderes Gesicht“, erklärte die Fachfrau. Moritz war der erste, der sich an die Toilettenbürste herantraute. Zuerst ging der kleine Adelshofener vorsichtig mit dem ungewohnten Gerät um; zaghaft tupfte er die gelbe Farbe auf die braune Kartonage. Mit der Zeit wurde der Blondschopf mutiger, am Ende präsentierte er seiner stolzen Mutter ein buntes Gemälde, in dem eine Vielzahl chinesischer Schriftzeichen versteckt zu sein schien. „Das war cool“, verkündete Moritz, nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. „Es hat Spaß gemacht.“ Die Augen blitzten, das Geburtstagsgeschenk hatte sich als Volltreffer erwiesen. „Hier kann man malen, was man will“, strahlte der Junge.

Kreativ
Moritz hatte die Intension von Ulrike Füssel auf den Punkt gebracht: „Ich möchte, daß die Kinder selbst kreativ werden, so entstehen spannende Sachen.“ Am 20. April wird die Expertin den Kurs im Kirchardter Haftenwald abermals abhalten. „Die Kinder werden in ihrem Leben noch so oft angeführt werden und müssen tun, was von ihnen verlangt wird. Deshalb sollen sie hier einfach mal frei sein“, meinte sie. Ann-Kathrin war die nächste, die das Gefühl der Schwerelosigkeit auskostete. „Das macht Spaß“, jauchzte das Mädchen schon nach wenigen Augenblicken in der Schaukel. Ihre Unterlagen grundierte sie mit grüner Farbe, darüber kamen pinke Punkte und als nächste Schicht Rot. Als Ann-Kathrin darüber Blau auftrug, kam sie aus dem Staunen nicht mehr heraus: „Das wird ja lila.“ Derweil war Kea fertig. „Das hat Spaß gemacht“, strahlte das blonde Mädchen und legte das in Gelb, Grün und Pink gehaltene Werk zum Trocknen in die Sonne.

© Heilbronner Stimme GmbH & Co. KG (03.04.2013)
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Seilmobil

Ulrike Füssel
Waldpädagogin &
Outdoor Trainerin

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